Medizinische Fakultäten mahnen langfristige Perspektiven an
KI-Zusammenfassung
Auf dem 87. Ordentlichen Medizinischen Fakultätentag in Dresden haben Vertreter der Medizinischen Fakultäten, Wissenschaft, Politik und Industrie langfristige Perspektiven für die medizinische Forschung angemahnt. Die MFT-Präsidentin Martina Kadmon warnte davor, Forschung den Zwängen kurzfristiger Sparlogiken zu unterwerfen, und hob die Bedeutung des Netzwerks Universitätsmedizin sowie von KI und Gesundheitsdaten hervor. Der VUD-Vorsitzende Jens Scholz kritisierte das GKV-Stabilisierungsgesetz für fehlende langfristige Ziele. Ein Schwerpunkt war die Zusammenarbeit von Hochschulmedizin und Industrie als Standortfaktor.
Hypothesen zur Entwicklung
Langfristige Forschungsfinanzierung in der Medizin unter Druck
Politische Diskussionen über Haushaltskürzungen könnten zu kurzfristigen Einschnitten in der medizinischen Forschung führen.
Die Forderungen der Fakultäten könnten in Koalitionsverhandlungen oder Haushaltsdebatten aufgegriffen werden, aber konkrete Zusagen bleiben aus.
Ohne verlässliche Finanzierung droht ein Rückgang der medizinischen Innovationskraft Deutschlands im internationalen Vergleich.
Kausale Ketten — wer trägt die Folgen?
Auswirkungs-Abschätzung
Erweiterte Relevanz-Schätzungen
Ordinale Einordnung der gesundheitlichen, wirtschaftlichen und sicherheitsrelevanten Tragweite – als Ergänzung zur globalen Auswirkungs-Abschätzung.
Langfristige Forschung ist entscheidend für medizinische Fortschritte, aber direkte Auswirkungen auf die aktuelle Gesundheit sind gering.
Forschung und Innovation sind zentrale Wirtschaftsfaktoren; Kürzungen gefährden Arbeitsplätze und Wettbewerbsfähigkeit.
Kein direkter Sicherheitsbezug, aber medizinische Forschung kann zur Krisenfestigkeit beitragen.
Persönliche Betroffenheit
Welche Personengruppen die Folgen dieser Meldung am stärksten zu spüren bekommen – und wie sich die Auswirkung im Alltag bemerkbar macht.
Medizinforschende
Unsicherheit über Finanzierung und langfristige Karriereperspektiven.
Patienten mit seltenen Erkrankungen
Verzögerte Entwicklung neuer Therapien durch fehlende Forschungsmittel.
Studierende der Medizin
Beeinträchtigung der Ausbildungsqualität und Forschungserfahrung.
Bias & Plausibilität
KI-Anmerkungen
Bias: Der Artikel gibt die Positionen der Medizinischen Fakultäten und des VUD wieder, ohne kritische Gegenstimmen. Leichte Tendenz zur Befürwortung langfristiger Forschungsförderung.
Plausibilität: Die Aussagen sind plausibel, da sie von etablierten Akteuren der medizinischen Forschung stammen und aktuelle politische Debatten widerspiegeln.
Volltext (Trafilatura-Extraktion)
Medizinische Fakultäten mahnen langfristige Perspektiven an Dresden – Forschung braucht Zeit und verlässliche Rahmenbedingungen. Dies betonten Vertreter der Medizinischen Fakultäten aus ganz Deutschland sowie von Wissenschaft, Politik und Industrie beim 87. Ordentlichen Medizinischen Fakultätentag (oMFT), der gestern und heute in Dresden stattfand. „Oft zeigt sich erst nach Jahren, welche Erkenntnisse zu wirklichen Fortschritten führen“, sagte die Präsidentin des Medizinischen Fakultätentages (MFT), Martina Kadmon, gestern zum Auftakt des oMFT, der sich in diesem Jahr schwerpunktmäßig mit Industrie- und zivilmilitärischen Kooperationen, Wissenschaftsfreiheit sowie einer neuen Generation Medizinstudierender beschäftigte.
„Wer diese langfristige Perspektive verliert, gefährdet die Grundlagen der Medizin von morgen“, mahnte die Chirurgin. Die Sicherung medizinischer Forschung sei daher nicht allein eine wissenschaftspolitische Frage, sondern Teil gesellschaftlicher Verantwortung. Hochschulmedizin sei „nicht nur ein Ort exzellenter Forschung und medizinischer Versorgung“, sondern auch ein Ort, „an dem wissenschaftsbasierte Entscheidungen verteidigt und junge Menschen ausgebildet werden“. Vor diesem Hintergrund mahnte Kadmon gestern eindringlich, medizinische Forschung nicht den Zwängen kurzfristiger Sparlogiken zu unterwerfen.
Zwar stünden im Gesundheitswesen schwierige finanzielle Entscheidungen bevor, räumte sie ein. Gleichzeitig warnte sie jedoch: „Notwendige Einsparungen dürfen die medizinische Forschung nicht in die Logik kurzfristig messbarer Ergebnisse zwingen.“ Die Bundesregierung sei zwar mit hohen Erwartungen gestartet, so Kadmon, ringe jedoch in zentralen Fragen noch um gemeinsame Linien. Viele Reformvorhaben würden diskutiert, manches angekündigt, anderes verschoben. „Vieles wirkt noch unabgeschlossen.“ Positive Entwicklungen aufgezeigt Dennoch schaute die MFT-Präsidentin optimistisch in die Zukunft: Positiv hob sie dabei das Netzwerk Universitätsmedizin (NUM) hervor, das während der Coronapandemie die standortübergreifende Zusammenarbeit deutlich gestärkt habe.
Medizinische Fakultäten mahnen langfristige Perspektiven an Dresden – Forschung braucht Zeit und verlässliche Rahmenbedingungen. Dies betonten Vertreter der Medizinischen Fakultäten aus ganz Deutschland sowie von Wissenschaft, Politik und Industrie beim 87. Ordentlichen Medizinischen Fakultätentag (oMFT), der gestern und heute in Dresden stattfand. „Oft zeigt sich erst nach Jahren, welche Erkenntnisse zu wirklichen Fortschritten führen“, sagte die Präsidentin des Medizinischen Fakultätentages (MFT), Martina Kadmon, gestern zum Auftakt des oMFT, der sich in diesem Jahr schwerpunktmäßig mit Industrie- und zivilmilitärischen Kooperationen, Wissenschaftsfreiheit sowie einer neuen Generation Medizinstudierender beschäftigte.
„Wer diese langfristige Perspektive verliert, gefährdet die Grundlagen der Medizin von morgen“, mahnte die Chirurgin. Die Sicherung medizinischer Forschung sei daher nicht allein eine wissenschaftspolitische Frage, sondern Teil gesellschaftlicher Verantwortung. Hochschulmedizin sei „nicht nur ein Ort exzellenter Forschung und medizinischer Versorgung“, sondern auch ein Ort, „an dem wissenschaftsbasierte Entscheidungen verteidigt und junge Menschen ausgebildet werden“. Vor diesem Hintergrund mahnte Kadmon gestern eindringlich, medizinische Forschung nicht den Zwängen kurzfristiger Sparlogiken zu unterwerfen.
Zwar stünden im Gesundheitswesen schwierige finanzielle Entscheidungen bevor, räumte sie ein. Gleichzeitig warnte sie jedoch: „Notwendige Einsparungen dürfen die medizinische Forschung nicht in die Logik kurzfristig messbarer Ergebnisse zwingen.“ Die Bundesregierung sei zwar mit hohen Erwartungen gestartet, so Kadmon, ringe jedoch in zentralen Fragen noch um gemeinsame Linien. Viele Reformvorhaben würden diskutiert, manches angekündigt, anderes verschoben. „Vieles wirkt noch unabgeschlossen.“ Positive Entwicklungen aufgezeigt Dennoch schaute die MFT-Präsidentin optimistisch in die Zukunft: Positiv hob sie dabei das Netzwerk Universitätsmedizin (NUM) hervor, das während der Coronapandemie die standortübergreifende Zusammenarbeit deutlich gestärkt habe.
„Dass Bund und Länder die dauerhafte Förderung des NUM beschlossen haben, ist ein starkes und wichtiges Signal“, sagte sie. Nun komme es darauf an, die entstandenen Strukturen nachhaltig weiterzuentwickeln. Große Chancen erkennt Kadmon zudem in der Nutzung von Gesundheitsdaten und Künstlicher Intelligenz (KI). Der European Health Data Space sowie neue gesetzliche Regelungen für Daten und digitale Innovationen eröffneten neue Möglichkeiten für Forschung und Versorgung.
Gleichzeitig müsse ein ausgewogenes Verhältnis zwischen Datenschutz, Datenqualität und Forschungsfreiheit gefunden werden. „Datenschutz, Datenqualität und Forschungsfähigkeit müssen zusammen gedacht werden“, forderte sie. Auch die Hightech-Agenda der Bundesregierung, insbesondere die Roadmap Biotechnologie, unterstreiche die Bedeutung der Hochschulmedizin für Gen- und Zelltherapien, klinische Studien, Biobanken und datengetriebene Forschung. Die Medizinischen Fakultäten seien dabei „keine nachgelagerten Anwender technologischer Entwicklungen“, sondern vielmehr „Orte, an denen Innovation entsteht, wissenschaftlich geprüft und in die medizinische Praxis überführt wird“.
Ähnlich äußerte sich der Vorsitzende des Verbands der Universitätsklinika Deutschlands (VUD), Jens Scholz, in seinem – mittlerweile traditionellen – Grußwort zur Eröffnung des oMFT. Universitätsklinika und medizinische Fakultäten seien „kommunizierende Röhren“, sagte er und gemeinsam befinde sich die Hochschulmedizin in einem Spannungsfeld, das immer größer werde. Angesichts steigender Erwartungen an Qualität, Innovation und Krisenfestigkeit auf der einen Seite und wachsender wirtschaftlicher Belastungen auf der anderen Seite warnte er vor kurzfristigen Sparmaßnahmen und forderte langfristig verlässliche Finanzierungs- und Entwicklungsstrategien. Keine Langfristperspektive Die Frage, wie die Gesundheitsversorgung künftig organisiert werde, berühre grundlegende gesellschaftliche Vorstellungen von Medizin und der Rolle der Universitätsmedizin, sagte Scholz.
Dabei gehe es nicht nur um die Versorgung von Patientinnen und Patienten, sondern ebenso um die Verbindung von wissenschaftlichem Fortschritt und gesellschaftlicher Verantwortung. Kritisch äußerte sich der VUD-Vorsitzende zum Gesetz zur Stabilisierung der gesetzlichen Krankenversicherung (GKV). Zwar verfolge es das Ziel kurzfristiger Entlastung, lasse jedoch zentrale Zukunftsfragen offen. „Dieses Gesetz hat leider kein Zielbild für die Herausforderungen des Gesundheitswesens“, kritisierte er.
Vor allem fehle eine langfristige Perspektive zur Finanzierung von Forschung, Innovation und Spitzenmedizin. Die aktuellen Sparmaßnahmen vermittelten zudem den Eindruck, dass es der Politik schwerfalle, stabile Rahmenbedingungen zu schaffen. Besonders die Universitätskliniken seien davon betroffen und müssten bereits heute erhebliche Lasten einer unzureichenden Finanzierung tragen. Innovation brauche Verlässlichkeit – insbesondere für Entwicklungen, deren Nutzen sich häufig erst mittel- oder langfristig zeige.
Hochschulmedizin und Industriekooperation als Standortfaktor Einen Schwerpunkt des diesjährigen Fakultätentages bildete die Verbindung von Forschung, Versorgung und Industrie. Unter dem Titel „Hochschulmedizin als Standortfaktor: Warum Forschung, Klinik und Industrie zusammengehören“ diskutierten Vertreterinnen und Vertreter aus Wissenschaft und Unternehmen über regionale Innovationsökosysteme. Die Dekanin der Medizinischen Fakultät Dresden, Esther Troost, verwies dabei ausdrücklich auf den Tagungsort: „Gerade Dresden zeigt eindrucksvoll, welche Bedeutung das Zusammenspiel von Wissenschaft, Klinik und Industrie für Innovation und regionale Entwicklung haben kann“, betonte sie. In der Diskussion wurde deutlich, dass die Potenziale des Standorts Deutschland insgesamt hoch eingeschätzt werden, zugleich jedoch Handlungsbedarf bei Rahmenbedingungen, Kommunikation und dem Transfer von Forschung in die Praxis besteht.
Manfred Schubert-Zsilavecz, Sprecher des House of Pharma & Healthcare an der Goethe-Universität Frankfurt, hob die Bedeutung der vorhandenen wissenschaftlichen Expertise hervor. Ziel müsse es sein, dieses Wissen nicht nur in der Grundlagenforschung zu nutzen. „Wenn es gelingt, diese Expertise in den Entwicklungsprozess eines Arzneimittels zu integrieren, bis zu den Stufen, wo es richtig teuer und auch wirklich relevant wird, dann halten wir nicht nur Wissenschaft, Innovation und Start-ups in Deutschland, sondern vor allen Dingen auch die langfristige Produktion“, sagte er. Zugleich warb er für mehr gemeinsame Kommunikation.
„Wichtig ist, dass eine verbale Abrüstung stattfindet und dass wir wieder gemeinsam miteinander sprechen“, betonte Schubert-Zsilavecz. Die Diskussion müsse sich an gemeinsamen Interessen orientieren. Dabei gelte es, sowohl die Bedeutung innovativer Arzneimittel als auch die Belastungen für das Gesundheitssystem im Blick zu behalten. Die wirtschaftlichen Rahmenbedingungen betrachtete er kritisch: Arzneimittelausgaben seien gestiegen, ohne dass die Beitragseinnahmen der Krankenkassen im gleichen Maß nachgezogen hätten.
„Ich stehe nicht hinter Ihnen, ich stehe neben Ihnen“, sagte er an die Industrie gerichtet. „Wir sitzen in einem Boot.“ Besonders deutlich wurde auch die Diagnose struktureller Schwächen beim Transfer von Forschung in Anwendung. Trotz exzellenter Wissenschaft und vorhandenen Unternehmergeists bleibe Deutschland bei Innovation und Gründung hinter seinen Möglichkeiten zurück. Noch immer gebe es zu viel Bürokratie, die viel Zeit in Anspruch nehme, so ein Fazit der Diskussion.
Für Christoph Willers, Geschäftsführer und Chief Science Officer der Medac GmbH, bleibt die Zusammenarbeit zwischen Universitäten und Industrie eine Herausforderung. Häufig sei unklar, wer an welchen Themen arbeite und wo konkrete Anknüpfungspunkte bestünden. Es brauche bessere Kommunikationswege und neue Austauschformate, forderte er. „Wir brauchen die Kooperation mit den Universitäten“, so Willers.
„Lassen Sie uns nach konkreten Lösungen suchen.“ Kooperation könne nur als Partnerschaft funktionieren, in der beide Seiten profitierten. Kooperationsbereitschaft signalisierte Lutz Hein, Dekan der Medizinischen Fakultät der Universität Freiburg und Präsidiumsmitglied des MFT. Er betonte den Willen der Universitäten, Innovation und Versorgung stärker miteinander zu verbinden und konsequent am Nutzen für Patientinnen und Patienten auszurichten. Dass die Industrie durchaus bereit sei zu investieren, betonte Jörg Schaub, Neuroscience Business Unit Leader bei Lilly Deutschland.
Sein Unternehmen habe bereits umfangreiche Investitionen angestoßen und wolle entlang der gesamten Wertschöpfungskette weiter aktiv sein. „Wir sind bereit, viel zu investieren und Deutschland voranzubringen“, sagte er. Entscheidend seien dabei stabile Rahmenbedingungen für langfristige Entscheidungen. Debatte über Wissenschaft und Populismus Ein weiterer Schwerpunkt des 87. oMFT war die Rolle der Wissenschaft in einer zunehmend polarisierten Gesellschaft.
Wissenschaftsfreiheit bilde die Grundlage für medizinischen Fortschritt, Innovation und gesellschaftliche Entwicklung, stehe jedoch zunehmend unter Druck, erklärte Kadmon. „Wissenschaft braucht offene Debatten“, sagte sie. „Aber sie braucht auch Vertrauen in wissenschaftliche Methoden, in Fakten und in Institutionen.“ Dieses Vertrauen müsse immer wieder neu erarbeitet werden – durch Transparenz, Dialog und gesellschaftliche Verantwortung. Zu beobachten sei jedoch ein tiefgreifender Wandel im gesellschaftlichen Klima.
Vertrauen in Institutionen und wissenschaftliche Expertise sei längst keine Selbstverständlichkeit mehr. Hinzu kämen internationale Krisen und geopolitische Spannungen, die auch Wissenschaft und Hochschulen unmittelbar beträfen. Die Wissenschaftsjournalistin Christina Berndt von der Süddeutschen Zeitung zeichnete diesbezüglich ein alarmierendes Bild. Wissenschaftsfeindliche Argumentationsmuster hätten längst auch Deutschland erreicht, sagte sie.
Dabei gehe es nicht mehr nur um einzelne Disziplinen, sondern um grundsätzliche Zweifel an wissenschaftlichen Institutionen. In den USA würden Universitäten, Impfstoffforschung, Klimaforschung oder Gender Studies politisch angegriffen und Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler als Teil vermeintlicher Eliten diskreditiert. „Diese Dinge sind uns viel näher, als viele sich eingestehen wollen“, warnte Berndt. Besonders problematisch sei die föderale Struktur, da Landesregierungen erheblichen Einfluss auf Hochschulen und Schulen hätten.
Verfassungsrechtliche Garantien allein reichten daher nicht aus. Wissenschaft müsse transparenter werden, Entscheidungen besser erklären und stärker in den gesellschaftlichen Dialog treten. Zudem sei eine aktivere Wissenschaftskommunikation notwendig, die über reine Faktenvermittlung hinausgehe. Brandenburgs Wissenschaftsministerin Manja Schüle (SPD) äußerte sich ebenfalls besorgt über die veränderte Debattenkultur, zugleich jedoch zuversichtlicher.
Wissenschaft brauche Freiheit, Offenheit und Mut zu kontroversen Themen. Entscheidend sei auch die Solidarität innerhalb der Wissenschaft. „Es liegt auch an Ihnen, Haltung und Solidarität zu zeigen“, sagte sie. Der Infektiologe Leif Erik Sander von der Charité – Universitätsmedizin Berlin verwies auf die Erfahrungen der Coronapandemie.
Impfskepsis sei kein neues Phänomen, neu sei jedoch die Geschwindigkeit der Verbreitung von Fehlinformationen. Er plädierte für eine kritische Aufarbeitung der Pandemieerfahrungen und eine klare Trennung der Rollen von Wissenschaft, Politik und Medien. Georg Duda, Mitglied des Senats der Deutschen Forschungsgemeinschaft (DFG), ordnete die Debatte in einen innovationspolitischen Kontext ein. Wissenschaftsfreiheit sei nicht nur Grundrecht, sondern zentraler Standortfaktor für Innovation, sagte er.
Die DFG arbeite deshalb gerade an Empfehlungen, wie Forschungseinrichtungen besser auf politische oder gesellschaftliche Angriffe reagieren könnten. Dazu gehörten auch Schutzmechanismen sowie Unterstützungsstrukturen für gefährdete Forschende. Fokus auf den ärztlichen Nachwuchs Schwerpunkt des zweiten Tages des oMFT bildeten zivilmilitärische Kooperationen in der Medizin sowie die medizinische Ausbildung. Seit Jahren werde über Reformen des Medizinstudiums diskutiert, ohne dass zentrale Vorhaben umgesetzt worden seien, sagte Kadmon.
Die Reformbedarfe bestünden jedoch unverändert fort. Deshalb hätten MFT und AWMF eigene Empfehlungen vorgelegt. „Wo Bund und Länder bislang keinen tragfähigen Kompromiss gefunden haben, übernehmen die Medizinischen Fakultäten Verantwortung“, erklärte sie. Geplant seien unter anderem stärkere wissenschaftliche Kompetenzen im Studium, mehr ambulante Lernorte sowie strukturiertere Prüfungsformate.
Wissenschaftliches Denken solle durchgehend verankert und sichtbar gemacht werden. Paula Szumotalski, Bundeskoordinatorin für medizinische Ausbildung der Bundesvertretung der Medizinstudierenden (bvmd), verdeutlichte die Bedürfnisse der jungen Generation von Medizinstudierenden: „Wir Medizinstudierende von heute wachsen mit ganz anderen Lebensumständen und Konflikten auf als die anderen Generationen vor uns“, sagte sie. Daraus resultierten auch andere Werte und Lebensentwürfe. „Wir sind dabei nicht weniger resilient.
Wir stehen bewusst für uns ein, um nicht im gleichen kaputten System vereinnahmt zu werden wie die Ärztinnen und Ärzte vor uns“, so Szumotalski. Man dürfe sich nicht in einem Generationenkonflikt verlieren, sondern müsse die verschiedenen Lebensvorstellungen akzeptieren und im Team erfolgreich sein. An die Vertreterinnen und Vertreter der Fakultäten appellierte sie: „Bauen Sie keine Strukturen, die vielleicht für Sie funktioniert hätten, sondern arbeiten Sie an Strukturen, die auf die Bedürfnisse der jungen Generation eingehen und unsere Stärken zur Geltung bringen. Nur so können wir e
Hinweis: Hypothesen und Auswirkungs-Schätzungen sind heuristisch und ersetzen keine fundierte fachliche Bewertung. Sie sind als Orientierungshilfe gedacht und sollten kritisch hinterfragt werden.