Kassenärztliche Vereinigung Brandenburg plant Eigeneinrichtung in Cottbus
KI-Zusammenfassung
Potsdam/Cottbus – Die Kassenärztliche Vereinigung Brandenburg (KVBB) will erstmals eine eigene Hausarztpraxis eröffnen, um gegen den Ärztemangel in Teilen des Landes vorzugehen. Für die Dauer von zwei Jahren soll in Cottbus eine „hausärztliche Übergangsversorgung“ als so genannte
Hypothesen zur Entwicklung
Konsolidierung im Bereich Gesundheit
Marktreaktion und politische Stellungnahmen werden den weiteren Verlauf prägen. Erwartung: kurzfristige Volatilität, dann Konsolidierung.
Strukturelle Folgen werden in Quartalszahlen, Behördenmaßnahmen und sekundären Märkten sichtbar – aktuell unsicher, da kausale Ketten mehrstufig verlaufen.
Langfristige Effekte hängen stark von politischer Antwort, internationaler Reaktion und Folgenarrativ ab. Pfadabhängigkeit begünstigt entweder Re-Equilibrierung oder strukturellen Bruch.
Kausale Ketten — wer trägt die Folgen?
Auswirkungs-Abschätzung
Bias & Plausibilität
Volltext (Trafilatura-Extraktion)
Kassenärztliche Vereinigung Brandenburg plant Eigeneinrichtung in Cottbus Potsdam/Cottbus – Die Kassenärztliche Vereinigung Brandenburg (KVBB) will erstmals eine eigene Hausarztpraxis eröffnen, um gegen den Ärztemangel in Teilen des Landes vorzugehen. Für die Dauer von zwei Jahren soll in Cottbus eine „hausärztliche Übergangsversorgung“ als so genannte „Eigeneinrichtung“ der KVBB errichtet werden, kündigte die KVBB-Vorstandsvorsitzende Catrin Steiniger heute auf KVBB-Vertreterversammlung an. In der rund 100.000 Einwohner zählenden Universitäts- und Industriestadt seien derzeit 10.500 Patienten ohne Hausarztpraxis. Sie müssten von anderen Praxen mitversorgt werden, weil die Zahl der Hausarztsitze in der Stadt von 90 im Jahr 2021 auf 79,5 zurückgegangen sei.
Bis zum Jahresende werden nach Angaben von Steiniger weitere Praxen schließen, für die es keine Nachfolger gibt. Auch in der Zentralen Notaufnahme des Carl Thiem-Klinikums und der ärztlichen Bereitschaftspraxis werde ein erhöhtes Patientenaufkommen gemeldet. Zur Sicherstellung der Versorgung verpflichtet „Wir sind als KV zur Sicherstellung der Versorgung verpflichtet“, sagte Steiniger. Man habe eineinhalb Jahre versucht, die Situation anderweitig zu lösen, etwa über Strukturfondsmittel.
Das sei aber nicht gelungen. „Wir möchten in Cottbus eine hausärztliche Übergangsversorgung errichten“, sagte Vorstandsmitglied Stefan Roßbach-Kurschat. Sie soll aber keine vollwertige Hausarztpraxis werden: In der von der KV geplanten Einrichtung sollen Akut- und Notfallpatienten versorgt werden. Nicht angeboten werden sollen Hausbesuche oder Vorsorgeuntersuchungen.
Kassenärztliche Vereinigung Brandenburg plant Eigeneinrichtung in Cottbus Potsdam/Cottbus – Die Kassenärztliche Vereinigung Brandenburg (KVBB) will erstmals eine eigene Hausarztpraxis eröffnen, um gegen den Ärztemangel in Teilen des Landes vorzugehen. Für die Dauer von zwei Jahren soll in Cottbus eine „hausärztliche Übergangsversorgung“ als so genannte „Eigeneinrichtung“ der KVBB errichtet werden, kündigte die KVBB-Vorstandsvorsitzende Catrin Steiniger heute auf KVBB-Vertreterversammlung an. In der rund 100.000 Einwohner zählenden Universitäts- und Industriestadt seien derzeit 10.500 Patienten ohne Hausarztpraxis. Sie müssten von anderen Praxen mitversorgt werden, weil die Zahl der Hausarztsitze in der Stadt von 90 im Jahr 2021 auf 79,5 zurückgegangen sei.
Bis zum Jahresende werden nach Angaben von Steiniger weitere Praxen schließen, für die es keine Nachfolger gibt. Auch in der Zentralen Notaufnahme des Carl Thiem-Klinikums und der ärztlichen Bereitschaftspraxis werde ein erhöhtes Patientenaufkommen gemeldet. Zur Sicherstellung der Versorgung verpflichtet „Wir sind als KV zur Sicherstellung der Versorgung verpflichtet“, sagte Steiniger. Man habe eineinhalb Jahre versucht, die Situation anderweitig zu lösen, etwa über Strukturfondsmittel.
Das sei aber nicht gelungen. „Wir möchten in Cottbus eine hausärztliche Übergangsversorgung errichten“, sagte Vorstandsmitglied Stefan Roßbach-Kurschat. Sie soll aber keine vollwertige Hausarztpraxis werden: In der von der KV geplanten Einrichtung sollen Akut- und Notfallpatienten versorgt werden. Nicht angeboten werden sollen Hausbesuche oder Vorsorgeuntersuchungen.
Mit der Übergangsversorgung sollen die regionalen Hausärzte entlastet werden. „Wir haben im Zentrum der Lausitz Bedarfe, wo Patienten derzeit nicht mit Medikamenten versorgt werden.“ Man wolle aber keine dauerhafte, von der KV betriebene Hausarztpraxis schaffen. Unter Brandenburgs Ärzten ist diese Lösung umstritten. Für besondere Verärgerung sorgte die Information, dass die Übergangseinrichtung vom Vorstand der KV beschlossen und kein Beschluss der Vertreterversammlung abgewartet wurde.
Der Landesvorsitzende des Hartmannbunds, Hanjo Pohle, warf dem KV-Vorstand „vorauseilenden Gehorsam“ und ein „Einknicken auf den öffentlichen Druck“ in Cottbus vor. Man hätte zunächst darauf warten müssen, dass eine Unterversorgung durch den Landesausschuss der Ärzte und Krankenkassen festgestellt werde. „Man kann und muss das anders lösen“, sagte Pohle. Cottbus sei nicht einmalig.
„Die 10.000 umherirrenden Patienten gibt es doch überall.“ Das Mitglied des Landesvorstands des Hausärzteverbands, die Potsdamer Allgemeinmedizinerin Antje Meinecke, bedauerte, dass der KV-Vorstand nicht auf die Einwände des Fachverbands gehört habe. Fragen des Fachverbands seien bis heute nicht beantwortet worden. „Wir sehen die Bredouille, in denen der Vorstand ist und den öffentlichen Druck in Cottbus, wir sehen aber auch die Kollegen in anderen Gebieten, die mit dem Kopf unter der Wasserlinie arbeiten.“ Die frühere Vorsitzende des Hausärzteverbands, Karin Harre, sagte, sie gehe nicht davon aus, dass es sich bei der Einrichtung um eine Übergangslösung handele. „Nichtsdestotrotz sehe ich auch keine bessere Idee.“ Für zusätzlichen Ärger sorgte, dass Brandenburgs Vertragsärzte mit deutlichen Einnahmeverlusten als Folge des neuen GKV-Beitragssatzstabilisierungsgesetzes rechnen.
Sollte das Gesetz unverändert umgesetzt werden, kämen auf manche Praxen Honorarverluste im zweistelligen Prozentbereich zu. Chirurgen müssten laut einer Modellrechnung mit rund 10,1 Prozent weniger Einnahmen rechnen, HNO-Ärzte mit 12,91 Prozent. Grund dafür sei insbesondere ein Fehler bei der Berechnung der Zuschläge aus dem Terminservice und Versorgungsgesetz, sagte die Vorstandsvorsitzende der KVBB. „Das ist ein Hammer“, sagte Steiniger.
„Wir haben damit gerechnet, dass es schlimm wird, aber dass es so schlimm kommt, damit haben wir nicht gerechnet.“ Deutliche Kritik übte Steiniger an geplanten Kürzungen bei der Strahlentherapie. „Eine Rationierung von Strahlentherapie verstößt gegen ethische Grundsätze“, sagte die Urologin, die selbst als niedergelassene Ärztin in Lübbenau praktiziert. „Ich möchte keinem onkologischen Patienten sagen müssen, dass sie mit der Strahlenbehandlung ihrer Metastasen bis ins nächste Jahr warten müssen.“ Die KV-Vorstandsvorsitzende warnte zudem vor dem auf der Bundesebene Ausbau integrierter Notfallzentren, an die sich Notfallpatienten auch tagsüber werden können. „Wir wollen, dass die Patienten im normalen ambulanten System bleiben“, sagte Steiniger.
Man wolle statt der Notfallzentren ein System ambulanter Verweispraxen, die auch von Patienten ohne Termin aufgesucht werden könnten. Deutsches Ärzteblatt bei Google bevorzugen Wenn Sie Deutsches Ärzteblatt als bevorzugte Quelle festlegen, können Inhalte von uns in Ihren Google-Ergebnissen sichtbarer erscheinen. Jetzt bei Google bevorzugenDiskutieren Sie mit Werden Sie Teil der Community des Deutschen Ärzteblattes und tauschen Sie sich mit unseren Autoren und anderen Lesern aus. Unser Kommentarbereich ist ausschließlich Ärztinnen und Ärzten vorbehalten.
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Hinweis: Hypothesen und Auswirkungs-Schätzungen sind heuristisch und ersetzen keine fundierte fachliche Bewertung. Sie sind als Orientierungshilfe gedacht und sollten kritisch hinterfragt werden.